Der Forschungsverbund

Ein interdisziplinärer Forschungsverbund mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern von dreizehn Forschungseinrichtungen und Universitäten begleitet die Schulen in der ersten Phase der Initiative.

Hand mit Holzklötzchen

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Der Forschungsverbund „Schule macht stark – SchuMaS“ begleitet und unterstützt die Schul- und Unterrichtsentwicklung an den 200 Schulen in sozial schwierigen Lagen in der Primar- und Sekundarstufe I. Der vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation koordinierte Forschungsverbund (Leitung Prof. Dr. Kai Maaz) setzt sich aus ausgewiesenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus 13 wissenschaftlichen Einrichtungen zusammen und bündelt deren Kompetenzen und Erfahrungen im Bereich der Schul- und Unterrichtsentwicklung. Zentrales Ziel der forschungsbasierten und praxisorientierten Begleitung und Unterstützung der Schulen ist die Förderung sprachlicher und mathematischer Basiskompetenzen sowie des sozialen Lernens und der Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler.

Forschergruppe in einer Diskussion

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Handlungsleitend für die Zusammenarbeit von Forschung und Schule ist dabei die Maxime der „Ko-Konstruktion“. Schulpraxis und Wissenschaft begegnen sich auf Augenhöhe und lernen voneinander. So soll Schul- und Unterrichtsentwicklung wissenschaftsbasiert und zugleich praxisorientiert erfolgen.

Das interdisziplinär angelegte Verbundvorhaben zielt auf eine enge und kontinuierliche Begleitung der Schulen. Dabei werden ihre jeweils spezifischen Rahmenbedingungen und Problemlagen berücksichtigt. Dies wird durch ein Angebot von Basis- und Ergänzungsmodulen in vier Inhaltsbereichen umgesetzt:

  • Unterrichtsentwicklung Deutsch und Mathematik
  • Professionalisierung
  • Schulentwicklung und Führung
  • Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung

In allen vier Bereichen identifizieren und entwickeln die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit den Schulen wirksame und praxisbewährte Maßnahmen. Diese bauen auf dem wissenschaftlichen Kenntnisstand und den bereits bestehenden Ansätzen an den Schulen auf. Die konkrete Ausgestaltung, Implementation und Evaluation der Maßnahmen erfolgen in engem und fortlaufendem Austausch zwischen Forschung und Schulpraxis.

Forscherin im Interview

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Die Arbeit in den vier „Inhaltsclustern“ wird begleitet durch drei „Metacluster“. Die Zusammenarbeit mit den Schulen vor Ort erfolgt über vier regionale Zentren des Verbundes, die die Schulen in Abstimmung mit den Ländern – insbesondere mit den Landesinstituten beziehungsweise Qualitätseinrichtungen sowie mit den Schulaufsichtsbehörden – in regionalen Schulnetzwerken begleiten, beraten und unterstützen. Die gemeinsame Arbeit wird jeweils an die individuellen Bedarfe der einzelnen Schulen angepasst und fortlaufend weiterentwickelt.

Die vier Inhaltscluster, die drei Metacluster und die regionalen Zentren werden in den folgenden Abschnitten dargestellt.

Inhaltscluster „Unterrichtsentwicklung Deutsch und Mathematik“

Das zentrale Ziel der Arbeiten im Cluster „Unterrichtsentwicklung Deutsch und Mathematik“ liegt darin, die mathematischen und sprachlichen Basiskompetenzen der Schülerinnen und Schüler zu steigern. Das Cluster entwickelt, erprobt und erforscht Unterrichts- und Fortbildungskonzepte, um Unterrichtsentwicklung bestmöglich zu unterstützen.

Inhaltscluster „Professionalisierung“

Im Cluster „Professionalisierung“ werden Angebote entwickelt, die der fachübergreifenden Weiterqualifizierung von Lehrkräften dienen. Dieses Cluster ergänzt damit die Angebote des Clusters „Unterrichtsentwicklung“. Die Angebote helfen Lehrerinnen und Lehrern dabei, mit den unterschiedlichen Herausforderungen an Schulen in schwierigen sozialen Lagen umzugehen: Große Leistungsunterschiede, sprachliche und kulturelle Unterschiede, herausforderndes Sozialverhalten und Konflikte, großer Unterstützungsbedarf beim Lernen oder bei der Integration, um nur einige zu nennen.

Inhaltscluster „Schulentwicklung und Führung“

Der Fokus im Cluster „Schulentwicklung und Führung“ liegt in der Stärkung der Entwicklungskapazität der teilnehmenden Schulen, also der Fähigkeit, aus Visionen und Zielen konkrete Konzepte und Strategien für die eigene Schule zu entwickeln. Das ist für die gesamte Initiative wichtig, um aus vielen Einzelmaßnahmen ein Gesamtkonzept zu erarbeiten.

Inhaltscluster „Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung“

Um bestmögliche Lern- und Bildungschancen für Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten, kommt es darauf an, Angebote für Kinder, Jugendliche und ihre Familien zu bündeln und diese Angebote für alle zugänglich zu machen. In diesem Sinne versteht das Cluster „Außerunterrichtliches Lernen und Sozialraumorientierung“ die Schulen als Vernetzungszentren. Eine gute Vernetzung der Schulen mit ihrem sozialräumlichen Umfeld bringt zweierlei: Einerseits können die Angebote anderer Akteure für die Schulentwicklung genutzt werden. Andererseits können bestimmte Probleme bei den Schülerinnen und Schülern, die die Schule allein nicht bewältigen kann, gemeinsam angegangen werden.

Metacluster „Verzahnung und Transfer“

Übergeordnetes Ziel des Metaclusters „Verzahnung und Transfer“ ist es, in enger Zusammenarbeit mit den Inhaltsclustern eine gemeinsame Kommunikations- und Umsetzungsstrategie für die Implementation der Maßnahmen an den einzelnen Schulen und im jeweiligen Schulsystem (regional und auf Landesebene) zu entwickeln. Der Implementationsprozess wird dabei von der einzelnen Schule und aus der Perspektive von Schlüsselakteuren wie Schulleitungen und Schulaufsicht gedacht, um sicherzustellen, dass die Maßnahmen und Interventionen sinnvoll ineinandergreifen und von den beteiligten Akteuren als kohärent wahrgenommen werden.

Metacluster „Evaluation“

Die zentrale Aufgabe des Metaclusters „Evaluation“ ist es, die in den inhaltlichen Clustern entwickelten Maßnahmen fortlaufend und begleitend zu evaluieren. Dieses Vorgehen soll dazu beitragen, Erkenntnisse über die Wirkungen der Maßnahmen sowie über die Prozesse der Umsetzung zu gewinnen. Wenn die Gelingensbedingungen für bestimmte Strategien und Konzepte bekannt sind, hilft das später dabei andere Schulen zu unterstützen beziehungsweise die jeweiligen Unterstützungsangebote an die Bedürfnisse der Schule anzupassen.

Metacluster „Assessment und Forschungsdatenmanagement“

Auch die Arbeiten im Metacluster „Assessment und Forschungsdatenmanagement“ tragen zur Bereitstellung von Daten über die fortlaufende Entwicklungsarbeit an den Schulen bei. Im Bereich der Kompetenz- und Förderdiagnostik sollen in engem Austausch mit dem Inhaltscluster „Unterrichtsentwicklung Deutsch und Mathematik“ sowie dem Metacluster „Evaluation“ exemplarisch für ausgewählte Basiskompetenzen Verfahren der technologiebasierten Online-Testung von Kompetenzständen und Lernverläufen entwickelt, erprobt und evaluiert werden. Außerdem erarbeitet das Cluster den Forschungsdatenmanagementplan für alle im Rahmen des Verbundes erhobenen Daten. Der Plan wird in Anlehnung an die Empfehlungen des Verbundes „Forschungsdaten Bildung“ erstellt.

Die regionalen Zentren

Die gemeinsam mit den Inhalts- und Metaclustern entwickelten Konzepte und Strategien der schulischen Entwicklungsarbeit werden durch enge und fortlaufende Zusammenarbeit in konkrete Entwicklungsmaßnahmen in den Schulen überführt. Dabei sollen Wissenschaft und Praxis in einen Austausch auf Augenhöhe treten. Um eine kontinuierliche und enge Zusammenarbeit mit allen 200 Schulen zu ermöglichen, gibt es vier regionale SchuMaS-Zentren, die die Schulen in Abstimmung mit den Ländern in regionalen Schulnetzwerken begleiten, beraten und unterstützen. An jedes regionale Zentrum werden 40 bis 60 Schulen angeschlossen sein. Die Standorte sind Duisburg-Essen, Mannheim, Frankfurt am Main und Berlin.